Das Unvermeidliche ist eigentlich schon längst eingetreten. Es war im Prinzip immer klar, dass die Sache so kommen muss, wie sie nun kommt. Das momentane Geldsystem liegt in seinen letzten Zügen und muss zwangsläufig in nächster Zeit, mehr oder weniger kontrolliert, zusammenbrechen oder sich neu justieren. Wieviel Zeit uns dabei noch bleibt ist nicht genau vorherzusehen, aber es ist sicherlich davon auszugehen, dass es noch in diesem Jahrzehnt zu größeren Verschiebungen kommen wird. Ich glaube allerdings nicht, dass man sich so lange gedulden wird müssen. Die nächsten fünf Jahre werden spannend genug und wahrscheinlich kommt Manches noch schneller auf uns zu, als man das erwarten würde.
Das Verschuldungsniveau der westlichen Länder ist fast ausnahmslos exorbitant hoch. Die absoluten Zahlen kann man schon gar nicht mehr begreifen. Ob 1,7 Billionen Euro in Deutschland, oder 14 Billionen Dollar in den USA – die Schuldenberge wachsen und wachsen unaufhörlich. Jedes Jahr wird, allen Beteuerungen zum Trotz, noch eine weitere Schippe obendrauf gelegt. In Deutschland werden es zuletzt wohl mindestens 60 Milliarden Euro sein, in diesem Jahr. Alleine die Zinsaufwendungen des Bundes betrugen im letzten Jahr rund 40 Milliarden Euro (in den USA 500 Milliarden Dollar). Dabei sollte man sich mal vergegenwärtigen, dass die Kredite dafür von den Banken auf ihre ganz eigene Weise, aus dem Nichts erschaffen werden. Nur deshalb verzichten sie bisher auf eine Tilgung der Schulden. Sie können sich trotzdem auf weiter steigende Einnahmen einstellen, denn der jährlich wachsende Schuldenberg, wachsend durch immer neue Kredite und vor allem dem Effekt des Zinseszins, beschert den Banken exponentiell wachsende Zuflüsse. Dabei können sie sicher sein im dann eintretenden Notfall auf die Sicherheiten, das Eigentum der Bürger, zurückgreifen zu können. Der Staat wird unter dem Druck die Zinslasten zu bedienen bei den Bürgern anklopfen – in Form von höheren Abgaben, Steuern, Beiträgen, längeren Arbeitszeiten und Kürzungen in allen möglichen anderen Bereichen, besonders im sozialen Sektor, bei Bildung und Gesundheit. Bis zu dem Zeitpunkt an dem “der Gürtel” nicht mehr enger geschnallt werden kann und die Bürger förmlich zu ersticken drohen. Wen sich die Lage am Ende immer weiter zuspitzt sind wahrscheinlich auch größere (eventuell gewaltsame) Proteste nicht auszuschließen. Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft wird der Punkt erreicht sein, an dem die Schuldenlast nicht mehr zu tragen sein wird. So wie es Griechenland in diesem Jahr bevorstand oder bevorsteht und in Zukunft sehr wahrscheinlich auf Portugal, Spanien, Italien und Irland (zusammen mit Griechenland die sogenannte PIIGS-Staaten) zutreffen wird.
Tödliche Ursache Geldsystem
Das es so kommen muss, liegt an der Funktionsweise dieses Geldsystems. Es wird zwangsläufig wiederkehrende Einschnitte hervorbringen, bei denen alles wieder auf Null gesetzt wird und die Schulden (mehr oder weniger) getilgt sind. Sei es durch eine Währungsreform oder hoher Inflation über mehrere Jahre. Dann kann es auf ein Neues losgehen. Die folgenden Jahrzehnte wird in gleicher Weise gewirtschaftet und das Geld weiterhin einzig durch Schulden (Kredit) in die Welt gebracht. In den ersten 40, 50 Jahren funktioniert dies dann auch sehr gut, bis eine erneute Schuldenkrise entsteht. Zu diesem Zeitpunkt sind jedoch alle Menschen verstorben, die sich an die letzte große Krise und deren Ursache erinnern könnten. Ändert sich nichts am Geldsystem und der Geldschöpfung wird sich auch nichts an den Gesetzmäßigkeiten der Krisen ändern und die Bevölkerung weiterhin regelmäßig geschröpft und ausgepresst, um einigen wenigen extreme Einnahmen zu bescheren (die Schulden häufen sich irgendwo anders als Vermögen an). Große Geldvermögen (die oberen 10%) können dabei leicht ein arbeitsloses Einkommen durch entsprechende Zinszahlungen erzielen.
Das nun vor nicht allzu langer Zeit die Bundesregierung, zusammen mit den europäischen Kollegen, beschlossen hat einen “Rettungsschirm” aufzuspannen (750 Milliarden Euro schwer), hat natürlich vor allem ein Effekt: Die Neuverschuldung der Geberländer (vor allem auch Deutschlands) wird sich sprunghaft erhöhen und das System weiter an den Rand des Zusammenbruchs führen. Dabei wird der Euro an das fallende Niveau des Dollars angepasst. Das war wohl auch die Intention des spekulativen Angriffs auf den Euro Anfang des Jahres. Und eventuell schon die der Einführung des Euros – politisch gewollt und erzwungen, wirtschaftlich unsinnig und zum Scheitern verurteilt. Die unterschiedlichen Volkswirtschaften mit den schwächeren Südländern haben nun zur Möglichkeit geführt diesen Angriff auszuführen. Dabei werden auch stabilere Länder in eine ähnliche Lage gebracht. In dieser Situation würde es sich geradezu anbieten, die Währungen der Länder quasi zeitgleich aufzureiben und damit den Weg für einen neuen Zyklus zu bereiten – diesesmal unter einer gemeinsamen, neuen Währung, oder aber die Dollarhegemonie weitere Jahrzehnte als Reservewährung zu etablieren. Allemal könnte man endlich die Kontrolle über die Finanzen ganz Europas in Brüssel zentralisieren.
Raus aus dem Euro
Der einzige Weg aus dieser Situation herauszukommen wäre der Austritt aus dem Euro, bzw. ein Nordeuro und ein Südeuro. Seit der Entscheidung über den Rettungsschirm und der EZB Ramschpapiere bzw. wertlose Staatsanleihen zu kaufen, ist der Euro nicht mehr das was er mal war (und die EZB eine Bad Bank) – oder sein sollte. Die Integration der europäischen Länder ist gescheitert bzw. hat einen Rückschlag erhalten, wie man an den Beziehungen zu Ländern wie Griechenland oder Frankreich mittlerweile sehen kann. Die Währungsunion hat genau zum Gegenteil geführt was uns versprochen wurde (Integration, stabile Preise etc.). Die Möglichkeit marode Staaten aus dem Euro auszuschließen hat man verpasst als sie da war. Das hätte den Euro wieder auf eine stabilere Basis gestellt und den verschuldeten Staaten durch Abwertung und Umschuldung in die Lage versetzt ihre Wirtschaft zu sanieren. Da auch in diesem Fall mit der Zeit wohl die Südstaaten weggebrochen wären, ist es jetzt die beste Variante einen Kerneuro (“Nordeuro”) der Nordstaaten zu schaffen und einen weitere Währungsgemeinschaft der Südstaaten, einen “Südeuro” sozusagen. Diese beiden Wirtschaftszonen hätten jeweils ähnliche Bedingungen und könnten dauerhaft nebeneinander existieren – und in Zukunft vielleicht fusionieren. Produktivität und Inflation wären in diesen Zonen annähernd gleich und die Zinsen würden auf die Volkswirtschaften passen. Wem das allerdings weniger schmecken würde, wären die großen Gläubiger, den Banken, die vom Rettungsschirm letztendlich profitieren und für die wir die künftigen Sparpakete (Kürzungspakete) schnüren. Vor allem, wenn man ihnen dann noch die Geldschöpfung aus den Händen nehmen würde und auf eine andere Grundlage stellte. Es wäre mit erbittertem Widerstand zu rechnen die Menschen würden mit Horrorszenarien in Angst und Schrecken versetzt.
-> Euro Plan B
-> Geldkrake mit System


